Trabant
Standheizung
Die Standheizung ist gerade beim Trabbi eine sinnvolle Ergänzung, da die normale Heizung im Winter nicht gerade üppig ausfällt.
In meinem Nutztrabbi war eine verbaut.
Die Betriebsanleitung läßt sich hier herunter-
laden.
Damit die problemlos läuft, sind ein paar Kleinigkeiten zu beachten.
- In der Anleitung steht, daß die Heizung mit Vergaserkraftstoff oder Katalyt zu betreiben ist.
Das mit dem Kraftstoff stimmte in der DDR.
Inzwischen enthält der allerdings einige Zusätze, die diese Heizung nicht verbrennen kann.
Deshalb setzt sie sich mit Benzin auf Dauer zu und macht Probleme.
Katalyt/ Waschbenzin bekommt man für ca. 1,70 EUR/l.
Damit läuft die Heizung ordentlich.
Ich komme im Jahr mit ca. 10l hin.
- Im Winter läuft die Heizung bei mir ca. 20min..30min vor dem Losfahren an.
Bei Kurzstreckenbetrieb hält die Lichtmaschine die Batterie dann nicht mehr voll.
Einmal am Wochenende Nachladen reichte aber.
- Das Flammschutzsieb sollte einmal vor dem Winter gereinigt werden, siehe Bild.

Standheizung ohne Gebläse.

Schematischer Aufbau der Standheizung.
- Die Gemischeinstellung ist eine etwas fummelige Sache.
Man muß dazu den Lüfter abnehmen und die Kontermutter lösen.
Dann etwas verstellen, Lüfter befestigen und die Heizung einschalten.
Stimmt das Gemisch nicht, geht das Ganze wieder von vorn los.
Ich habe das Gemisch nach Gehör eingestellt.
Das Teil muß schön sauber wie eine Lötlampe klin-
gen.
Zu beachten ist, daß die Lüfterdrehzahl von der Batteriespannung abhängt.
Bei laufendem Motor läuft die Heizung also magerer als im Stand oder gar bei leerer Batterie.
Bei Stand sollte das Gemisch also besser ein klienes Stück zu fett sein.
Die Einstellung ist anschließend bei laufendem Motor und bei Stillstand zu überprüfen.
Läuft sie in beiden Fällen ordentlich und springt auch ordentlich an, wird sie später keine Probleme machen.
- Die Kraftstoffdüse sollte ebenfalls einmal im Jahr gereinigt werden.
Die Düse setzt mit der Zeit innen Grünspan an.
Dann wird die Öffnung kleiner.

Lage der Hauptdüse.
Das ist aber am restlichen Düsenkörper nirgendwo zu sehen und auch mit Preßluft nicht auszublasen.
Man wundert sich nur, daß man die Luft weiter zurückstellen muß und kaum noch Heizleistung erhält oder die Heizung gern ausgehen will.
Da hilft dann nur die brutale Variante, die Düse mit einem Draht freizumachen.
Für etwas mehr Heizleistung habe ich später eine 60er Düse verbaut und die Luft etwas mehr aufgedreht.
Das hat die Heizung ohne Probleme mitgemacht.
Wahrscheinlich würde sie auch noch mit einer 70er Hauptdüse laufen.
- Die Glühkerze hält recht lange.
Ich mußte sie in den 11 Jahren nur einmal wechseln.
- Wer gern durch hohen Schnee oder über Feld/Feldweg/Wiese fährt, fängt dabei mit dem Abgasrohr der Heizung einigen Dreck ein.
Im Herbst sollte man einmal reingreifen und den Dreck rausholen.
- Springt die Heizung schlecht an, läuft aber sonst gut, lohnt es sich, mit einem Voltmeter die Span-
nungsabfälle an den Schaltern und Kontakten nachzumessen.
Ich mußte einmal den Mikroschalter auf der Heizung wechseln.
Die Schrauben am Schubschalter und am Vorwiderstand lockern sich auch über die Jahre.
- Die Kraftstoffpumpe sollte hin und wieder überprüft werden.
Die Membran wird bei Kälte härter und die Pumpe geht schwerer.
Geht dann noch etwas Anderes schwer an der Pumpe, versagt sie bei heftiger Kälte ihren Dienst.
Für die Mechanik der Pumpe hat sich WD40 behährt.
Dort hilft es auch deutlich län-
ger als nur ein paar Tage.
Die Pumpe sollte im Betrieb nicht häufiger als 1 mal je Sekunde pumpen.
Der Pumpkontakt sollte da-
bei nur möglichst kurz geschlossen sein, um die Batterie zu schonen.